Dr. med. Csaba Forster-Horváth PhD |   drforsterortho@hin.ch |  061  2287070  | 061  8363000

Arthrose/Abnützung des Hüftgelenkes

Was ist das? Wie entsteht das?

Es kommt zu einer Arthrose eines Gelenkes, wenn meistens aus mechanischen Gründen der Knorpel im Gelenk aufgebraucht wird. Es kommt zu einer sterilen Entzündung, welche die Gelenkinnenhaut reizt und zur Produktion von Gelenkflüssigkeit anregt. Diese wiederum spannt am Gelenkkapsel, welche Schmerzrezeptoren hat.

Die häufigste Ursachen:

  • Nummer 1: Einklemmungssyndrom der Hüfte, welche bei jüngeren Erwachsenen auftreten kann. Wenn das nicht rechtzeitig wahrgenommen wird, wird der Knorpel abgenutzt und Bewegungen, Anlaufen, Laufen werden schmerzhaft. Bei 50-60% der Patienten die für eine Gelenkersatzoperation kommen, können Zeichen des früheren Hüftimpingements gefunden werden.
  • wahre primäre Hüftarthrose (Ursache noch nicht genau bekannt)
  • Absterben des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose)
  • kindliche Entwicklungsstörung, Fehlentwicklung (Hüftdysplasie, Perthes Krankheit)

Symptome der Hüftarthrose

  • Anlaufschmerzen mit Steifigkeit des Gelenkes am Morgen: das Hüftgelenk fühlt sich am Morgen bei den ersten Schritten an wie „eingerostet“.
  • Die Gehstrecke ist schmerzbedingt limitiert, der/die PatientIn muss absitzen.
  • Anlegen von Socken, Schuhen, auf der Treppe hochgehen können in der Leiste schmerzhaft sein.
  • Die Beweglichkeit der Hüfte ist eingeschränkt.
  • Es können in der Nacht Hüft schmerzen auftreten.

Behandlung

Gezielte Physiotherapie um die Muskulatur um das Hüftgelenk zu kräftigen, ist in den meisten Fällen zu empfehlen. Der Mechanik des Gehens, der Bewegungen können dadurch optimiert und so die Schmerzen reduziert werden.
Auch bei einer späteren eventuellen Operation haben Patienten mit einer guten Muskulatur eine schnellere Genesung (Prehabilitation).

Auch eine Injektionstherapie (Infiltration) lokal ins Gelenk ist möglich. Es gibt mehrere Optionen:

  1. Entzündungshemmer - bei Nachtschmerzen mit Entzündungskomponente wirksam. Wirkdauer ca. 3-4 Monate.
  2. „Schmiermittel“ um das Gelenk zu schmieren – bei noch vorhandenen Gelenkspalt auf dem Röntgenbild.
  3. Eigenbluttherapie
  4. Stammzellentherapie aus eigenen Fettgewebe.

Mit welcher Technik wird die Hüfttotalprothese eingesetzt?

Hüftprothese durch den vorderer Zugang


In meiner Praxis führe ich die Gelenkersatzoperationen ausschliesslich über den minimal invasiven anterioren (vorderen) Zugang aus.

Das heisst, dass die Operation durch einen anatomischen Spalt zwischen den Muskeln ausgeführt wird, ohne Muskeln, Muskelnerven oder Sehnen zu gefährden, verletzten oder abzulösen.

Die Muskeln werden zur Seite geschoben, welche den Zugang zum Gelenk ermöglicht.

Die Muskeln brauchen keine Heilungsphase (im Gegensatz zum lateralen oder posterioren Zugang) und die Nervenversorung der Muskeln bleibt auch völlig intakt (im Gegensatz zum anterolateralen, Röttinger-Zugang).

Der vorderer (anteriorer) Zugang hat wesentliche Vorteile gegenüber den herkömmlichen Zugängen:

1. Ihre Genesung bis zur schmerzfreien Mobilität ist wesentlich schneller (innert wenigen Tagen). Es ist nicht selten, dass sogar ältere Patienten schon während des stationären Aufenthaltes (5 Nächte) stockfrei laufen.

2. Die Gefahr der Auskugelung ist geringer, denn die Muskeln, die das Gelenk stabilisieren intakt bleiben. Aus diesem Grund sind keine besondere umständliche Schutzmassnahmen nach der Operation nötig.

Was kann ich von der Operation erwarten?

Die Schmerzen klingen während 3-4 Tagen deutlich ab.
Anhand von belastbaren Langzeitdaten haben Sie 95% Chance, dass Sie nach einer Hüfttotalprothese ganz schmerzfrei werden und Ihre Hüfte praktisch vergessen.
5 % der Patienten haben Schmerzen, diese sind anders, wie vor der Operation. Je nachdem was die Ursache ist, kann man diese beheben.

Komplikationsmöglichkeiten

Wenn man alle herkömmliche Operationstechniken nimmt, wird die Häufigkeit zwischen 1-3% angegeben.
Mit dem minimal invasiven vorderen (anterioren) Zugang ist die Chance maximal 1 %.
Dies ist, wie erwähnt mit den intakten Muskeln zu erklären.

Implantate

Hüfttotalprothese (schematischer Model)

Ich verwende ausschliesslich bewährte Implantate mit ausgezeichneten Langzeitdaten, welche die Anatomie des Patienten individuell vollständig herstellen und ihrem/seinem Knochenqualität entsprechen (zementfreie, wie auch zementierte Implantate).

Gleitpaarung

Keramik-Keramik und Keramik-hochvernetztes Polyethylen, beide mit minimaler Abriebrate.

Genesung- Rehabilition

Eine stationäre Rehabilitation ist nur in seltenen Fällen nötig, hauptsächlich bei alleinstehenden Patienten oder in höherem Alter.
Ambulante Physiotherapie ist mindestens bis 6 Wochen nach der Operation empfohlen.
Ziel ist es die Muskulatur um das Gelenk zu Kräftigen, das Gangbild zu normalisieren und das Vertrauen im Bein herzustellen.

Rückkehr zur Arbeit, Alltag

Sie sind 6 Wochen arbeitsunfähig geschrieben, danach können Sie in der Regel problemlos zu Ihrer Tätigkeit zurückkehren.

Sport mit einer Hüfttotalprothese

  • Hometrainer ab dem 7. Tag
  • Velofahren sobald Sie sicher Auf- und absteigen können (4-6 Wochen)
  • Schifahren, Tennis nach 2-3 Monaten
  • Wandern nach 6 Wochen
Joggen ist auch mit Hüftprothese möglich